Viele Restaurants wissen, dass Lieferplattformen Geld kosten.
Aber wie hoch sind die Gebühren tatsächlich?
Oft hört man unterschiedliche Zahlen: 10 %, 20 %, 30 %.
Die Realität liegt meist irgendwo dazwischen – und hängt stark davon ab, wie genau die Bestellung abgewickelt wird.
In diesem Artikel schauen wir uns ruhig und verständlich an, welche Provisionen wirklich üblich sind und welche zusätzlichen Kosten oft übersehen werden.
Die kurze Antwort
Die meisten Lieferplattformen verlangen zwischen 10 % und 30 % Provision pro Bestellung.
Wie hoch die tatsächliche Gebühr ist, hängt vor allem davon ab:
- liefert das Restaurant selbst aus?
- übernimmt die Plattform die Lieferung?
- wird nur Abholung angeboten?
- werden zusätzliche Marketing-Optionen genutzt?
Je mehr Leistung die Plattform übernimmt, desto höher ist in der Regel die Provision.
Beispiel: typische Gebühren bei großen Plattformen
Lieferando
Viele Restaurants berichten von Provisionen um:
- ca. 13–15 %, wenn das Restaurant selbst liefert
- bis zu 30 %, wenn Lieferando die Fahrer stellt
Zusätzlich können Servicegebühren anfallen, etwa 2,5 % pro Bestellung in bestimmten Fällen.
Die genaue Höhe hängt vom Vertrag und Standort ab.
Uber Eats
Auch bei Uber Eats gibt es unterschiedliche Modelle.
Typisch sind:
- etwa 14 % bei Selbstlieferung
- bis zu 30 %, wenn Uber die Lieferung übernimmt
Manche Restaurants wählen günstigere Modelle mit weniger Reichweite oder weniger Marketing.
Wolt
Bei Wolt bewegen sich die Gebühren meist in einem ähnlichen Bereich:
- etwa 15 % Provision, wenn das Restaurant selbst liefert
- bis zu 30 %, wenn Wolt die Fahrer stellt
Warum die Provision so stark variiert
Lieferplattformen sind nicht nur ein Online-Shop.
Sie übernehmen mehrere Aufgaben:
- Sichtbarkeit in der App
- Zahlungsabwicklung
- Kundenservice
- Marketing
- Logistik
- Fahrerorganisation
- Tracking der Lieferung
Je mehr davon genutzt wird, desto höher fallen die Gebühren aus.
Für viele Restaurants ist besonders die Lieferung der größte Kostenfaktor.
Beispielrechnung: wie viel bleibt übrig?
Ein einfaches Beispiel:
Bestellwert: 30 €
Provision: 30 %
Die Plattform erhält 9 €.
Dem Restaurant bleiben 21 €.
Davon müssen weiterhin bezahlt werden:
- Wareneinsatz
- Personal
- Verpackung
- Miete
- Energie
- Steuern
Deshalb erhöhen viele Restaurants ihre Preise auf Plattformen leicht.
Gäste bemerken oft, dass Gerichte in der App teurer sind als bei Direktbestellung.
Zusätzliche Kosten, die oft übersehen werden
Neben der Provision entstehen häufig weitere Gebühren:
Servicegebühren für Kunden
Viele Plattformen berechnen zusätzlich eine Servicegebühr im Warenkorb. Diese liegt oft zwischen 0,89 € und 2,50 € oder etwa 2–5 % des Bestellwerts.
Diese Gebühr zahlt meist der Kunde – sie beeinflusst aber die Bestellentscheidung.
Marketing und bessere Platzierung
Wer in der App weiter oben erscheinen möchte, kann zusätzliche Werbung buchen. Das erhöht die Sichtbarkeit, kostet aber extra.
Gerade in großen Städten nutzen viele Restaurants diese Option, um nicht unterzugehen.
Rabattaktionen
Viele Plattformen bieten Rabattaktionen an, z. B.:
- 2 für 1 Angebote
- kostenlose Lieferung
- Neukundenrabatte
Ein Teil dieser Kosten wird oft vom Restaurant getragen.
Warum viele Restaurants trotzdem mit Plattformen arbeiten
Trotz der Gebühren bleiben Lieferplattformen für viele Betriebe interessant. Der wichtigste Grund dafür ist dieReichweite.
Viele Gäste suchen direkt in Apps nach Essen. Gerade neue Restaurants profitieren davon, schnell sichtbar zu werden.
Die Plattform übernimmt außerdem einen Teil der Organisation:
- kein eigener Online-Shop notwendig
- keine eigene Zahlungsabwicklung
- kein Marketing zu Beginn notwendig
Das erleichtert den Einstieg in den Lieferservice.
Wann sich die Provision besonders stark auswirkt
Hohe Provisionen fallen vor allem dann ins Gewicht, wenn:
- viele Bestellungen über Plattformen kommen
- die Gewinnmarge ohnehin niedrig ist
- viel Werbung gebucht wird
- Rabatte angeboten werden müssen
- stark über den Preis konkurriert wird
Dann kann es passieren, dass viel Umsatz entsteht, aber wenig Gewinn übrig bleibt.
Warum viele Restaurants zusätzlich auf Direktbestellungen setzen
Viele Betriebe nutzen Plattformen vor allem, um neue Kunden zu erreichen. Stammkunden bestellen später häufig direkt beim Restaurant.
Der Grund ist einfach:
Direktbestellungen verursachen meist keine Provision. Dadurch bleibt pro Bestellung mehr übrig.
Ein eigenes Bestellsystem kann helfen, diesen Anteil schrittweise zu erhöhen.
So bleibt die Plattform ein Kanal für neue Gäste, ohne dass alle Bestellungen darüber laufen müssen.
Ordera als ergänzender Bestellkanal
Ein strukturiertes Bestellsystem kann helfen, Direktbestellungen übersichtlich abzuwickeln.
Bestellungen landen direkt in der Küchenansicht und müssen nicht manuell übertragen werden.
Ordera ist dafür ein Beispiel.
Die Idee ist nicht, Lieferplattformen komplett zu ersetzen, sondern eine zusätzliche Möglichkeit zu schaffen, Bestellungen direkt anzunehmen. Viele Restaurants kombinieren beide Wege.
Provision verstehen hilft bei besseren Entscheidungen
Lieferplattformen sind ein praktisches Werkzeug.
Aber es lohnt sich, die tatsächlichen Kosten zu kennen.
Die typische Spanne von 10 % bis 30 % pro Bestellung zeigt, wie groß der Unterschied zwischen Plattform und Direktbestellung sein kann.
Wer seine Zahlen kennt, kann besser planen:
- welche Gerichte sich besonders eignen
- welche Preise sinnvoll sind
- wie stark man sich abhängig machen möchte
Am Ende geht es nicht darum, Plattformen zu vermeiden.
Sondern darum, bewusst zu entscheiden, welcher Anteil der Bestellungen darüber laufen soll.
So bleibt der Betrieb flexibel – und die Marge planbar.