Viele Restaurants stehen vor derselben Frage:
Soll man auf große Lieferplattformen setzen oder lieber eigene Direktbestellungen aufbauen?
Beides funktioniert. Beides hat Vorteile. Und beides kann sinnvoll sein – je nach Situation.
Für viele Gastronomen geht es dabei nicht nur um Umsatz. Es geht auch um Kontrolle, Zeitaufwand und darum, wie unabhängig man in Zukunft sein möchte.
Dieser Artikel hilft dabei, die Unterschiede realistisch einzuordnen und eine Entscheidung zu treffen, die zum eigenen Betrieb passt.
Warum Lieferplattformen so beliebt sind
Lieferplattformen sind für viele Restaurants der erste Schritt ins Onlinegeschäft. Der Einstieg ist einfach. Die Plattform bringt Sichtbarkeit. Kunden müssen nicht erst überzeugt werden, eine neue Webseite zu besuchen.
Gerade am Anfang kann das helfen.
Ein neues Restaurant bekommt schneller Bestellungen. Ein bestehender Betrieb erreicht Kunden, die ihn sonst nicht gefunden hätten. Besonders in Städten suchen viele Gäste direkt in Apps nach Essen.
Das ist bequem – für Gäste und Restaurants.
Die Plattform übernimmt einen Teil der Arbeit:
- Kunden finden das Restaurant
- Bestellungen kommen automatisch rein
- Zahlung läuft über das System
- Bewertungen sorgen für Vertrauen
Das reduziert zwar den Aufwand zu Beginn – doch diese Vorteile haben ihren Preis.
Die Kosten sind höher, als man denkt
Die Provisionen der Lieferplattform sind oft deutlich spürbar. Je nach Anbieter können 15-30% pro Bestellung anfallen. Bei einem durchschnittlichen Bestellwert von 25 € bleiben dann vielleicht nur noch 18-20 € übrig – manchmal weniger.
Für Restaurants mit ohnehin knappen Margen ist das ein wichtiger Punkt.
Zusätzlich entstehen oft weitere Abhängigkeiten:
- Preisaktionen werden von der Plattform vorgegeben
- Ranking entscheidet über Sichtbarkeit
- Kunden gehören nicht wirklich dem Restaurant
- Kontaktdaten bleiben meist bei der Plattform
Viele Gastronomen merken erst später, wie stark sie von einer einzelnen Plattform abhängig geworden sind.
Wenn sich die Gebühren ändern oder die Sichtbarkeit sind, wirkt sich das sofort auf die Bestellungen aus.
Direktbestellungen bedeuten mehr Kontrolle
Eine eigene Online-Speisekarte verändert die Situation.
Plötzlich kommen Bestellungen direkt beim Restaurant an – ohne Zwischenhändler.
Das bedeutet:
- keine Provision für Bestellungen
- direkter Kontakt zum Kunden
- eigene Preise und Aktionen
- Kontrolle über das Bestellsystem
Natürlich entsteht ein anderer Aufwand. Gäste müssen zuerst wissen, dass es die Direktbestellung gibt.
Doch viele Restaurants stellen fest: Stammkunden bestellen gern direkt, wenn es einfach funktioniert.
Die meisten Gäste möchten gutes Essen, eine klare Speisekarte und einen einfachen Bestellprozess. Mehr erwarten sie nicht. Wenn das System zuverlässig ist, wird es schnell zur Gewohnheit.
Die Rolle von Stammkunden
Ein wichtiger Unterschied zwischen Plattformen und Direktbestellungen liegt im Verhältnis zum Gast. Auf Plattformen sucht der Kunde nach Essen – nicht nach einem bestimmten Restaurant.
Das führt dazu, dass Restaurants leichter austauschbar wirken. Direktbestellungen stärken dagegen die eigene Marke.
Der Gast erinnert sich an den Namen des Restaurants. Er speichert vielleicht einen Link zur Speisekarte oder empfiehlt es weiter. Das klingt unspektakulär, ist aber langfristig entscheidend.
Stammkunden bestellen häufiger. Sie vergleichen weniger Preise. Und sie sorgen für planbare Umsätze. Viele erfolgreiche Lieferbetriebe haben mit der Zeit einen großen Anteil an Direktbestellungen aufgebaut.
Mehr Arbeit oder bessere Struktur?
Ein häufiger Einwand lautet: „Ein eigenes Bestellsystem bedeutet mehr Aufwand.“
Das stimmt nur teilweise.
Ohne Struktur kann der Bestellprozess schnell unübersichtlich werden:
- Bestellungen kommen per Telefon
- Nachrichten über verschiedene Apps
- Zettel in der Küche
- Missverständnisse bei Sonderwünschen
Ein strukturiertes Bestellsystem kann helfen, genau diese Probleme zu reduzieren. Bestellungen werden automatisch gesammelt. Die Küche sieht alle Aufträge übersichtlich auf einem Tablet. Änderungen lassen sich leichter nachvollziehen.
Gerade in Stoßzeiten spart das Zeit. Weniger Rückfragen bedeuten auch weniger Stress im Service.
Sichtbarkeit bleibt wichtig
Ein starkes Argument für Lieferplattformen ist natürlich die Reichweite – viele Gäste entdecken Restaurants über große Apps. Das wird sich auch nicht so schnell ändern. Deshalb entscheiden sich viele Betriebe für eine Kombination:
Die Plattform sorgt für neue Kunden.
Das eigene Bestellsystem sorgt für eine langfristige Bindung und bessere Margen.
Oft wird der eigene Bestelllink aktiv kommuniziert:
- auf der Webseite
- auf Flyern in der Lieferung
- auf der Rechnung
- im Google-Profil
Mit der Zeit verschiebt sich ein Teil der Bestellungen automatisch. Gäste wählen den einfacheren Weg, wenn sie ihn kennen.
Wann sich Direktbestellungen besonders lohnen
Nicht jedes Restaurant startet unter denselben Bedingungen.
Direktbestellungen funktionieren besonders gut, wenn:
- es bereits Stammkunden gibt
- regelmäßig geliefert wird
- das Restaurant lokal bekannt ist
- der durchschnittliche Bestellwert stabil ist
- Bestellungen planbar sein sollen
Pizzerien, Burgerläden, asiatische Küchen oder andere gastronomische Betriebe profitieren oft schnell davon, weil Gäste häufiger wieder bestellen.
Je öfter ein Gast bestellt, desto sinnvoller wird der direkte Kontakt.
Technik muss einfach bleiben
Viele Gastronomen haben keine Zeit, sich mit komplizierter Software zu beschäftigen. Das ist verständlich.
Ein Bestellsystem muss im Alltag funktionieren – nicht nur in der Theorie.
Wichtig sind vor allem:
- einfache Pflege der Speisekarte
- klare Darstellung für Gäste
- zuverlässige Anzeige in der Küche
- stabile Funktionen auch bei vielen Bestellungen
- schnelle Einrichtung
Wenn das System zu kompliziert ist, wird es nicht genutzt. Deshalb setzen viele Restaurants auf Lösungen, die speziell für den Alltag in der Gastronomie entwickelt wurden.
Eine digitale Speisekarte mit Küchenansicht kann den Ablauf deutlich ruhiger machen, ohne neue Probleme zu schaffen.
Ordera als leiser Baustein im Hintergrund
Manche Restaurants möchten ein eigenes Bestellsystem, ohne sich intensiv mit Technik zu beschäftigen.
Hier kann eine Lösung wie Ordera sinnvoll sein. Die Idee dahinter ist einfach:
Gäste bestellen über eine eigene Online-Speisekarte. Bestellungen erscheinen direkt in der Küchenansicht auf einem Tablet.
Ohne komplizierte Einrichtung, ohne zusätzliche Geräte.
Der Betrieb behält die Kontrolle über Preise, Öffnungszeiten und Abläufe.
Für viele Restaurants ist das ein pragmatischer Weg, Direktbestellungen aufzubauen, ohne den Alltag zu verkomplizieren.
Plattform oder Direkt – kein Entweder-oder
Die Entscheidung muss nicht schwarz-weiß sein. Viele erfolgreiche Betriebe nutzen beide Wege parallel.
Lieferplattformen können helfen, neue Gäste zu erreichen. Direktbestellungen helfen, langfristig unabhängiger zu werden.
Ein möglicher Weg:
- Sichtbarkeit über Plattformen nutzen
- Stammkunden auf Direktbestellung hinweisen
- Abläufe schrittweise strukturieren
- Abhängigkeit langsam reduzieren
So entsteht weniger Druck, bei gleichzeitig überschaubarem Risiko.
Eine Frage der Perspektive
Kurzfristig bringen Lieferplattformen oft schnell Bestellungen – langfristig bringen Direktbestellungen jedoch deutlich mehr Stabilität.
Restaurants, die ihre eigenen Bestellkanäle aufbauen, schaffen sich mehr Handlungsspielraum.
Sie können Preise in Echtzeit selbst festlegen.
Sie entscheiden über Aktionen.
Sie behalten den direkten Kontakt zum Gast.
Das bedeutet nicht, dass Lieferplattformen schlecht sind.
Sie sind ein Werkzeug.
Genau so wie ein eigenes Bestellsystem ein Werkzeug ist. Entscheidend ist, welches Werkzeug zum eigenen Betrieb passt.